Slavistische Literatur- und Kulturwissenschaft – Aufgabe 3 von 3

Lesen Sie bitte zunächst das Fragment und ergänzen dann seine Paraphrase mit passenden Wörtern per Drag’n’Drop.

Das offene Feld der Sinnbezügte engt sich bei der Lexikalisierung immer mehr ein, bis er zu einer Bedeutung kondensiert wie eine Wolke zu einem Tropfen. So machte Adam Mickiewicz den Frühling zum Symbol der nationalen Befreiung Polens (Er lässt in Pan Tadeusz (1834) Napoleon die Grenze zu Litauen im Frühling überschreiten; tatsächlich geschah dies aber am 24. Juni 1812). In der Folge wurde diese Symbolik so häufig bemüht, dass sie lexikalisert wurde. Schließlich seufzte der Dichter Jan Lechoń in: Herostrates. 1920, aus dem Gedichtband Karmazynowy poemat (Karmesingedicht), in: J. L., Poezje, Warszawa 1963, S. 6: A wosnią – niechaj wiosnę, nie Polskę, zobaczę. Im Frühling lass mich Frühling sehen, nicht Polen (Übersetzung Matthias Freise).

Quelle: Freise, Matthias: Slavistische Literaturwissenschaft. Eine Einführung. Tübingen 2012, S. 235.

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Erklärungen

1. Der Buchstabe „č“ repräsentiert hier einen russischen Laut [ʧʲ] bzw. [t͡ɕ], der in Deutschland traditionell mit der Buchstabenkombination „tsch“ wiedergegeben wird. Der Buchstabe „ń“ repräsentiert im Polnischen den Laut [ɲ], der im Deutschen mit der Buchstabenkombination „gn“, z.B. wie im Wort Cognak, wiedergegeben wird.
2. Adam Mickiewicz (1798-1855) war der wichtigste Dichter der polnischen Romantik. Jan Lechoń (1899–1956) war ein polnischer Dichter der Moderne, dessen Werk durch die Auseinandersetzung mit der Romantik geprägt war.