Christliche Religionsphilosophie

Kurze Skizze des Fachs

Die Philosophie ist für die katholische Theologie von elementarer Bedeutung, und zwar sowohl in historischer als auch in systematischer und schließlich auch in praktischer Hinsicht:

  • in historischer Hinsicht, weil die christliche Dogmen- und Theologiegeschichte sich zahlloser philosophischer Fachbegriffe und Denkformen zur Bestimmung ihrer Glaubensinhalte bedient hat, insbesondere in den Bereichen der Gotteslehre und der Christologie; daher ist ohne deren Kenntnis ein Studium der katholischen Theologie nicht möglich;
     
  • in systematischer Hinsicht, weil der christliche Glaube von seinem Selbstverständnis her eine Verhältnisbestimmung von göttlicher Offenbarung und menschlicher Vernunft notwendigerweise einschließt;
     
  • in praktischer Hinsicht, weil die Philosophie eine Einsicht in die geistige Situation der Gegenwart leisten kann, die für die zeitgemäße Verkündigung der christlichen Botschaft unerlässlich ist.

Die Relevanz der Christlichen Religionsphilosophie ergibt sich daraus, religiöse Wahrheitsansprüche weder zu beschreiben (wie die Religionswissenschaft) noch ausgehend von einem bestimmten Bekenntnis zu erläutern (wie die Theologie), sondern mithilfe der Vernunft zu beurteilen.

Damit kommt ihr zugleich eine Brückenfunktion zu, womit sie einen entscheidenden Beitrag zur Abwehr von religiösem Fundamentalismus leistet und dabei hilft, religiöse Überzeugungen zu vermitteln und als plausibel zu erweisen. Zu diesem Zweck sollten in der Religionsphilosophie gerade die Einwände der Religionskritik ernst genommen, sorgfältig überprüft und gegebenenfalls widerlegt werden.

Eule im Wald.